Historie

Obwohl die Gemeinde Friedrichswalde erst im Jahre 1748 gegründet wurde, lassen sich dennoch Spuren frühzeitlicher Besiedlung in der Gemarkung nachweisen. So ist belegt, daß sich zum Beispiel um das Dorf herum, immer wieder Hinweise einer bronze- zeitlichen Besiedlung fanden.

Während der mittelalterlichen Besiedlung, entstanden im Zuge der Kolonisation und Urbarmachung des Gebietes mehrere Dörfer nördlich der Friedrichswalder Gemarkung, in welchen vorrangig Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde.

Die unmittelbare Gegend des zukünftigen Friedrichswaldes betraten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit bis etwa zur Mitte des 18. Jahrhunderts nur wenige Menschen. Nur wer die zur damaligen Zeit wenig frequentierte Straße von Neustadt Eberswalde – Grimnitz – Ahlimbswalde und von dort aus in die Richtungen Templin, Gerswalde oder Poratz – Greifenberg benutzte streifte das spätere Friedrichs- walder Territorium.

Der Wildzaun

Die „Königliche Buchheide“, zu der auch der zukünftige Friedrichswalder Bereich gehörte, war von einzelnen Waldungen umgeben. Es war üblich, die Grenzen derartiger Gebiete durch Gewässerverlaufe und ähnlichem festzulegen oder aber mit auffällig eingekerbten Bäumen kenntlich zu machen.

Es war somit nicht zu vermeiden, daß Wild über die Grenzen hinaus in andere Adelsgüter wechselte und damit dem jeweiligen Landesherren verlorenging. Ende des 16. Jahrhunderts entstand die Idee, das große Wald- und Wildgebiet durch einen Wildzaun mit einer Länge von etwa 70 km von der Havel bis an die Oder abzuriegeln. Der Wildzaun, welcher auch ein Hauptmotiv des Friedrichswalder Wappens ausmacht, gilt als Symbol und Ursprung für die Entstehung des Ortes.

Zunächst nur provisorisch aus Lehmfachwerk und Reisig errichtet, verfiel der Zaun im Laufe weniger Jahre und mußte von 1661 bis 1681 grundlegend erneuert werden.

Um den Wildzaun vor erneutem Verfall zu schützen setzte der „Große Kurfürst“ (R1640-1688) im Abstand von ca. 5 bis 10 km „Zaunsetzer“ein, welche in ihrem Bereich für Instandhaltung und Reparatur des Zaunes verantwortlich waren. Als Entlohnung erhielten sie das Privileg um ihr Gehöft, das 30 holländische Morgen besaß, Wald zu roden und Land gegen Pacht zu nutzen.

Die Siedlungspolitik Friedrichs II.

Friedrich II. nahm Mitte des 18. Jahr- hunderts die traditionelle Politik der Hohenzollern wieder auf, für die schon Zeitgenossen den Begriff „Kolonisation“ geprägt hatten. Darunter wurde nicht die Eroberung von Kolonien verstanden, sondern die Bewohner anderer Gebiete sollten in Preußen seßhaft gemacht werden. Die Mark Brandenburg war im 17. Und am Anfang des 18. Jahrhunderts nur sehr schwach besiedelt. Um 1740 lebten im wirtschaftlich zurückgebliebenen Preußen nur etwa 2,2 Millionen Menschen. Mit der Anwerbung neuer Kolonisten sollte die allgemeine Wirtschaftskraft des Landes erhöht und das Steueraufkommen vermehrt werden. Weitere Hauptmotive einer Ansiedlung waren jedoch auch, daß es in diesem Raum generell an Menschen mangelte, insbesondere an Handwerkern, Facharbeitern und Bauern.

Auf Grund mehrerer ab 1747 von Friedrich II. erlassener Aufrufe und Edikte, wurde begonnen, aus eroberten Gebieten und aus vielen nichtpreußischen Ländern, Menschen in das Land zu locken. Der preußische Resident FREYTAG in Frankfurt am Main erhielt im Januar 1747 den Befehl, Siedlungswerber in die rheinischen Gebiete zu senden. Die Beauftragten Freytags sprachen in Gasthäusern, auf Bauernhöfen und auf Märkten, um Menschen für die Ansiedlung in Preußen zu gewinnen. Nicht wenige folgten aus den unterschiedlichsten Gründen dem Ruf des Preußenkönigs Friedrich II. Und entschlossen sich dazu, in dem dünn besiedelten Preußen zu leben.

In Frankfurt am Main kamen die Trecks aus der Pfalz – Zweibrücken, der Kurpfalz und dem Rheinhessischen zusammen . Von hieraus übernahmen die Beauftragten Freytags den weiteren Transport und die Verpflegung der Reisenden. Die Reise sollte über Eisenach, Mühlhausen, Magdeburg und Berlin gehen, wobei für jeweils acht Familien ein Leiterwagen zur Verfügung stand.

Am 11. Mai 1748 mit dem Königlichen Sekretär KRÜGELL als Transportleiter in Berlin angekommen, erhielten die Einwanderer in kleinen Gasthäusern und bei Berliner Familien Quartier.

In der näheren Umgebung der Zaunsetzer- stellen Blankenpfuhl und Radebrands Hecken wurde nun Wald gerodet um eine neue Siedlung anzulegen. JOHANN CHRISTOPH BRAND, Auskulator der Kurmärkischen Kammer, empfahl diesen Ort und unterbreitete den Vorschlag, die Siedlung Friedrichswalde zu benennen, da das Dorf im Wald der Königlichen Majestät liege.

Der König stimmte dem zu, und Friedrichswalde wurde zur bedeutendsten friderizianischen Siedlung, der Friedrich II. bis zu seinem Tod (1786) besondere Beachtung und Zuwendung schenkte.

Weitere Entwicklung

Durch eine Vermessung wurde die Dorf- anlage und die Hofstellen, die Äcker, Wiesen, die gemeinsame Hütung und das Dienstland für den Schulzen, den Pfarrer und den Schulmeister bestimmt. Die Siedler machten die Umgebung urbar und errichteten ihre Gebäude und Stallungen aus Lehmfachwerk. Der Bau einer Hofstätte kostete ohne Holz 200 bis 250 Taler. Das Bauholz erhielten die ersten Siedler kostenlos aus den staatliche Forsten, je Hofstelle 10 Taler und die Gebäude als ihr Eigentum zugesprochen. Im Frühjahr 1749 waren die Gebäude größtenteils fertiggestellt und das Los entschied nach gemeinsamen Bau über die jeweiligen Eigentümer der Grundstücke. Die Häuser und dazugehörigen Nebengelasse des Schulzen und des Pfarrers sowie das Schulgebäude waren von der Verlosung ausgenommen.

Außer der materiellen Unterstützung für den Bau der Häuser und Stallungen erhielt jede der 30 Kolonisten- familien nach dem Reskript des Königs, der Erbverschreibung vom 15. August 1748 (gilt als Gründungsdatum), 2 Morgen Garten, 75 Morgen Acker und 16 Morgen Wiese als Eigentum. Weiterhin wurden ihnen im ersten Jahr für die Aussaat 20 Zentner Rggen, Gerste und Hafer sowie 72 Taler zum Ankauf von 3 Ochsen, 3 Kühen, 1 Zuchtsau und 20 Schafen zugesprochen.

Die ersten Jahre waren für die ersten Friedrichswalder nicht einfach. Jedoch ließen sie sich durch auftretende Seuchen und ein großes Viehsterben 1750 nicht entmutigen

Der Bau des Ortes ging schnell vonstatten, Die meisten Arbeiten leisteten die Kolonisten selbst, doch wurde es auch notwendig Handwerker aus angrenzenden Dörfern für den Aufbau heranzuziehen. Da es dadurch immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der alteingesessenen Bevölkerung und den Siedlern kam, wurde schließlich Handwerkern die Möglichkeit eröffnet, sich in Friedrichswalde anzusiedeln und ihrem Gewerk nachzugehen. Diesen Büdnern wurden ab 1751 Stellen in der Gemeinde eingerichtet.

In der Mitte des Ortes sollte nach den Plänen der Vermessung die Kirche entstehen. Im Jahre 1776 wurde mit dem Bau begonnen und 1783 beendet. Die schlichte Reformiertenkirche, deren Fachwerk 1890 mit Backstein ummantelt wurde, ist ein architektonisch wirkungsvoller, einschiffiger Ziegelbau.

Durch das Dorf zog sich eine breite Straße, an der Bauerngehöft an Bauerngehöft grenzte. Noch im Jahre 1749 wurde sie mit den für Friedrichswalde typischen Linden bepflanzt. Erst 1885 erhielt der Ort eine gepflasterte Dorfstraße, welche dann in unserem Jahrhundert, 1997, in eine Bitumenstraße mit gepflasterten Geh – und Radweg umgestaltet wurde. 1898 erhielt Friedrichswalde einen Bahnanschluß, von dem vor allem das Sägewerk und das Holzschuhmacherhandwerk im Ort profitierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich viele Vertrieben in Friedrichswalde an, so daß die Einwohnerzahl auf ca. 1100 stieg. Auch auf wirtschaftlichen Gebiet kam es zu Veränderungen. Enteignetes Land wurde neu verteilt und ab 1958 schlossen sich die Bauern zu einer LPG zusammen, in der zunächst nur der Ackerbau gemeinsam betrieben wurde. 1967 wurde dann auch die Viehzucht der LPG angegliedert. Auch die beiden privaten Industriebetriebe des Ortes wurden Volkseigentum – Spiralfederfabrik Kurt Brenger wurde zu VEB Holzschuh- und Spiralfederfabrik (1952) und VEB Mechanik (1966). Die Firma Fritz Havenstein (seit 1908) zu VEB Palettenbau.

Die politische Wende in Deutschland brachte auch in unserem Ort so manche Veränderung, im positiven wie im negativen Sinne mit sich. Da die beiden Industriebetrieb, in denen ein Großteil der Friedrichswalde Arbeit fand, ihre Produktion einstellen mußten, wurden viele arbeitslos. Andererseits kam es zu verstärkten Privatisierung von Gewerken oder zum Ausbau bereits bestehender privater Betriebe, welche wiederum neue Arbeitsplätze schufen.

Auch auf kulturellem Gebiet stellten sich einige Veränderungen ein. Das Vereinsleben erhielt in den 90er Jahren einen enormen Aufschwung, was dazu führte, daß im Ort ein breites Freizeitangebot geschaffen wurde und den Friedrichswaldern die Möglichkeit gegeben wurde wieder stärker zusammenzuwachsen.

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